NEU!! Anjas Allerlei - die monatliche Kolumne.. Ausgabe Juni 2019

mohnwiese

Leben im Tiny House Village: unsere Wohnvorstellungen nehmen weiter Gestalt an und ich habe schon Lust auf Tomaten… und warum meine persönliche Situation grad ganz schön schwierig zu akzeptieren ist

Nachdem die genauen Maße unseres Grundstücks geklärt sind haben wir mit einem Gartenprogramm die „Bebauung“ geplant. Das sieht vor allem auch richtig gut aus und es zeigt sich nach kurzem Herumprobieren, wie und wo alles am besten steht..

Unser Haus wird nun etwas kleiner als ich es ursprünglich geplant hatte. Jetzt also 4 x 10 Meter. Wir müssen ja noch Abstände zu Pflanzen und Nachbarn einhalten.

Wir entscheiden uns daher das Haus quer aufstellen zu lassen, also die Breite des Grundstücks auszunutzen. Dafür passt dann auf die Rückseite noch ein hübscher neuer Bauwagen. Anstatt des ursprünglich geplanten dritten Arbeitszimmers. Supergute Idee von Wolfgang und gleichzeitig bei Bedarf auch mal Gästezimmer.

Vor unserem Haus soll noch ein Schuppen für Räder und Werkzeug stehen.

Weil ich jetzt auch die Himmelsrichtungen kenne und eben alle Planungsinfos habe, setze ich mich an einem Wochenende dran und bald schon raucht mein Kopf aufs übelste.

Es gilt den Eingangsbereich festzulegen, einen nicht zu kleinen Abstellraum unterzubringen und einen großzügigen Küche-Wohn- und Essbereich zu gestalten. Natürlich soll die Küche nicht zu kurz kommen. Nach drei Stunden, in denen ich reichlich radiert habe, steht mein Entwurf.

Ehrlich gesagt bin ich echt stolz und auch glücklich wie meistens, wenn ich irgendetwas kreatives gearbeitet habe.

Ach ja, unser Schlafzimmer ist jetzt auch keine Schlafkammer mehr, da ich durch den Bauwagen ja kein drittes Zimmer mehr reinquetschen musste. Und durch die Beratung von Eco Chalet erfahren wir, dass es möglich ist im Schlafzimmer noch eine Stauraumebene einzuziehen. Die Raumhöhe gibt das zum Glück her. Praktisch für alles was nicht in den Kleiderschrank muss.

So, der Plan wird jetzt professionalisiert und hoffentlich gibt’s nicht zu viel zu beanstanden.


Daher geht’s jetzt weiter mit einer leckeren Tomatensauce….

Lieblingstomatensauce mit frittiertem Salbei

Für etwa 2 Personen

Am besten eine große Pfanne benutzen!

Zutaten:

Gutes Olivenöl das den Boden der Pfanne ½ cm bedeckt

10 mittelgroße Bio Tomaten, in mundgerechte Stücke schneiden

2 Hände voll Salbeiblätter, gewaschen und abgetrocknet

Agavendicksaft nach Belieben

Chili Flocken nach Belieben

4 EL Tomatenmark

Etwa 100 ml Wasser

Salz und Pfeffer

Veganer Parmesan und/oder geriebener Käse

Los geht’s:

Das Olivenöl auf Stufe 8 von 9 erhitzen. Warten bis das Öl richtig heiß ist. Dazu die Stielprobe mit einem hölzernen Kochlöffel machen. Wenn sich Bläschen am Stiel bilden ist das Öl heiß genug.

Einen Teller bereitstellen. Die Salbeiblätter ins heiße Öl geben und kurz frittieren, so dass sie schön kross sind. Vorsichtig herausnehmen. Herd auf 7 stellen und die Chili Flocken anbraten bis es lecker duftet, dann gleich mit den Tomatenstücken ablöschen.

Weiter Anbraten und gelegentlich umrühren. Etwa 5 Minuten, dann den Herd auf 3-4 einstellen und Agavensirup nach Geschmack darüber geben und gut verrühren. Das Tomatenmark und Wasser unterrühren, die Sauce soll noch dicklich sein und süßlich scharf. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Köcheln lassen und zum Schluss nochmal abschmecken und die Salbeiblätter zur Sauce geben. Schmeckt schön fruchtig-scharf und passt super zu allen Nudeln.

Guten Appetit! 

  

Gesundheit - der Stand der Dinge.. 

Ein doofes Thema, aber so isses eben und gehört ja auch schon lange zu meinem Leben…

Ich quäle mich noch immer täglich mit Rückenschmerzen herum.

Und klar, habe ich nach der irgendwie doch gescheiterten Operation noch eine Depression. Die Tatsache, nichts gegen die Schmerzen ausrichten zu können, macht mich oft fertig.

Dazu kommen immer auch noch andere Symptome, vor allem Erschöpfung. Körperliche Arbeit geht oft gar nicht, der Haushalt wird zur großen Bürde. Vor Monaten habe ich zum Glück hier im Ort einen Psychotherapeuten gefunden. Ich bin gleich mit einem Antidepressivum eingestiegen, weil ich auch eine Chance gesehen habe nicht nur meine Stimmung zu heben, sondern auch meine Schmerzen zu dämpfen. 

Beides hat erst mal gar nicht funktioniert und ich bekam noch dazu Nebenwirkungen.

Also habe ich nach Beratung mit meinem Therapeuten das nächste ausprobiert. Deutlich bessere Stimmung, aber die Nebenwirkungen so gar nicht auszuhalten, die Schmerzen zeigten sich zudem unbeeindruckt.

Auf Anraten des Arztes bekam ich einen Termin in der Schmerzabteilung in der Westpfalz Klinik. Eigentlich dachte ich schon resigniert „wie oft noch, es hat doch anscheinend sowieso keiner der Docs einen Plan, was mit mir los ist“.

Nach 8 Jahren auf der Suche nach einer Linderung der Schmerzen bzw. einer Diagnose, die diese erklärt hätte, hatte ich den Glauben schon irgendwie verloren.

Aber siehe da, diese kleine sympathische Abteilung in der nicht nur die Frauen dominieren (nein, hier gibt’s tatsächlich keinen einzigen Mann) war sehr gründlich. Solch ein ausführliches Gespräch mit der Leiterin der Abteilung hatte ich in den acht Jahren noch nicht erlebt.

Das einzig gute an meiner OP Geschichte war wohl, dass alle vorher eher subtilen Symptome jetzt geradezu erblühten. Tinnitus, Reizdarm, Bauchschmerzen, Nasenbluten, Schnupfen, Hautausschläge, Schmerzen und Empfindlichkeit an anderen Gelenken, Steifheit, Verspannungen und Kopfschmerzen (die allerdings wohl eher von den Antidepressiva waren). Die Erschöpfung war ebenfalls ausgeprägter als früher.

Die Diagnose lautete dann Fibromyalgie. Mit dem Hinweis, dass diese Krankheit nicht heilbar ist, man aber mit diversen speziellen Antidepressiva arbeiten könne, die aber gerne reichlich Nebenwirkungen haben können.

Auweia, tolle Aussichten. Zumal auch das rheumatische Thema nochmal weiter geklärt werden muss.

Einerseits erleichtert endlich eine konkrete Diagnose zu haben, fühle ich mich jetzt phasenweise noch schlechter als zuvor, weil ich gerade nur von Tag zu Tag leben kann.  

Und doch sehe ich es als Chance mich immer besser verstehen zu lernen.

Ich decke kontinuierlich auf was mir nicht gut tut, entlarve alte oder eher sehr alte Muster, bleibe bei meinen schon erarbeiteten Haltungen, Regeln und Ritualen, die mir gutgetan haben und versuche vorsichtig, sinnvolles Neues zu ergänzen.

Ich bin furchtbar dünnhäutig, aber wenn ich gerade weinen will und kann, dann tue ich das halt.


Meine Leitgedanken zum Jahr 2019 sind „Alles was da ist, darf da sein“ sowie weiter mit der Achtsamkeitsschulung und einem möglichst stabilen Mitgefühl auch mir selbst gegenüber.

Wie oft habe ich mich hart gemacht, die Rüstung angezogen und habe durchgehalten, es durchgezogen!

Jetzt spüre ich schnell und recht genau was ich brauche, wenn es mir schlecht geht. Und weil das täglich passiert, habe ich schon viel Übung darin auf ein Programm zu schalten, dass mir in dem Moment gefällt.

Mit der Frage: „Was würde mir jetzt guttun?“ bekomme ich einen sauberen Übergang von echt schlecht zu ganz gut hin!

Klar geht das nur, weil ich im Moment keiner verbindlichen Tätigkeit nachgehe, keinen "8 to 5" - Job habe. Ich bin so dankbar, um diese Freiheit - mir den Tag so einteilen zu können, dass mein Körper regelmäßig erholen darf und ich trotzdem fast täglich Yoga praktizieren und an der frischen Luft sein kann.

Vielleicht war und ist mein größtes Problem, mein Innerer Druckmacher, gepaart mit so einer Art Pitbull, der sich an allem festbeißt, was noch getan werden muss und sollte. Ich möchte so viele Dinge tun, lesen, ausprobieren und kann ganz schlecht loslassen, wenn ich nicht ALLES möglichst jetzt GLEICH schaffe! Verdammte Ungeduld.

Das Gute am täglichen Meditieren (Zazen) ist, das man dadurch viel mehr Einblick in den laufenden Gedankenstrom bekommt bzw. gleich auch merkt wie der Körper darauf reagiert.

Ich verspanne, die Atmung wird flach und ich bin viel schneller erschöpft. Also kann ich beim ersten Gefühl oder evtl. Gedanken schon gegensteuern.

Eine Art nachhaltige Umerziehungsmaßnahme. Ich schaffe bewusst Ausgleich, lerne so konstruktiv, liebevoll und mitfühlend mit mir umzugehen.

Alles Liebe!

Anja, 15.06.2019 um 11:16